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Foto: Ulrike von Dewitz

Landschaftspflege im Tal durch Glanrinder

2016

 

Das Glanrind

Das Glanrind ist eine traditionelle Rasse des Hausrinds, die vorwiegend in Rheinland-Pfalz beheimatet ist. Anfang der 1980er Jahre war es vor allem wegen der geänderten Anforderungen fast ausgestorben, heute gibt es wieder knapp 2000 Tiere.

Die Pflege von Grünland stellt in ganz Deutschland ein wachsendes Problem dar. Rinder werden in Großställen gehalten, Weiden werden zu Äckern, auf denen als Futter für die Rinder Mais und Soja angebaut wird. Das Rind wird so zum Nahrungskonkurrenten des Menschen, das Grünland verliert seinen Sinn und ökonomischen Wert. Die Skulpturenlandschaft ›im Tal‹ möchte Grünland erhalten und besinnt sich hierzu auf eine altbewährte Strategie: Grünlanderhalt durch Beweidung. Das entspricht auch den historischen Traditionen der Region mit ihrer kleinteiligen Parzellierung. Neben den ca. 4,5 ha umzäunten Weideflächen sind artenreiche Magerwiesen und feuchte Mädesüß-Hochstaudenfluren vorhanden, für deren Pflege Rinder ebenfalls bestens geeignet sind.

Im Frühjahr 2016 wurde das erste Glanrind auf einem nahe gelegenen Archehof gekauft. Das vom Aussterben bedrohte Glanrind ist eine alte heimische Rinderrasse mit hochqualitativem Fleisch. Die Glanrinder können auch deshalb einen wesentlichen Beitrag zur Inwertsetzung von Grünland leisten, weil sie ganzjährig auf der Weide sind und diese durch Fraß erhalten. Mit der Familie Müller – Nebenerwerbslandwirte aus dem Nachbarort Leingen – konnte ein unmittelbarer Nachbar des ›Tals‹ als Partner gewonnen werden, dessen Weideland unmittelbar an das ›Tal‹ grenzt. Das erste Glanrind lebt nun in einer kleinen Herde von Limousin-Rindern, die kontinuierlich mit weiteren Glanrindern ergänzt werden soll. Das Fleisch soll als ein weiteres regionales Produkt im Restaurant „Alte Vogtei“ in Hamm an der Sieg angeboten werden. Darüber hinaus wird es den Eigenbedarf von zwei Familien decken.

Landschaftspflege im Tal durch Glanrinder
Landschaftspflege im Tal durch Glanrinder

Kunst als Gegendteil